CHRONOS — Arbeitszeit- und Wirtschaftsberatung
 

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Strukturiertes Vorgehen zum Abbau von Mehrarbeit

Mehrarbeit ist nicht gleich Mehrarbeit – deshalb gibt es auch kein allgemein gültiges Schnittmuster für deren Abbau. Hausgemachte organisatorische Probleme als Ursache für Mehrarbeit erfordern andere Maßnahmen als ein tatsächlicher Mangel qualifizierter Arbeitskräfte am Arbeitsmarkt.

Um an dieser scheinbaren Unübersichtlichkeit nicht zu verzweifeln und die richtigen Auswege aus der Misere zu finden, müssen Betriebsräte strukturiert vorgehen. Wie so etwas gehen kann, zeigt das 3-Phasen-Schema rechts: Es hilft die Gedanken zu sortieren und die einzelnen Schritte in der richtigen Reihenfolge zu machen. Antworten auf die vielfältigen und unterschiedlichen Situationen in den Betrieben gibt es allerdings nicht – es soll dabei helfen, sie vor Ort zu finden. Angepasst an die eigenen Bedürfnisse und nicht als Kopie von vermeintlichen Patentlösungen.

Die Abfolge ist einfach: Zunächst verschafft der Betriebsrat sich einen Überblick über die Lage in Sachen „Mehrarbeit“ – differenziert, weil auch im selben Betrieb durchaus unterschiedliche Anforderungen existieren können. Darauf folgt eine Verständigung auf anzustrebende Alternativen – in der Regel mit externer Unterstützung, um auch mal über den Tellerrand hinaus zu blicken. Schließlich werden die Ergebnisse mit dem Arbeitgeber verhandelt und - hoffentlich – vereinbart.

   

Phase 1 Ziel: Bestandsaufnahme
Maßnahmen:

  • Ermittlung der Ursachen für die Mehrarbeit
  • Ermittlung des aktuellen Umfangs der Mehrarbeit nach
  • Abteilungen, Funktionen, Gruppen usw. getrennt
  • Ausgleich der Überstunden (Geld/Freizeit/ gar nicht)
  • Ermittlung der Entwicklung der vergangen zwei Jahre
  • Erhebung der dadurch verursachten zusätzlichen Kosten und des daraus resultierenden Einkommensanteils
  • Definition von Schwerpunkten für die eigene Tätigkeit


   

Phase 2 Ziel: Entwicklung realistischer Alternativen
Maßnahmen:

  • Spezielle Schulungsmaßnahmen für Betriebsratsmitglieder
  • Ggf. Einrichtung eines (gemeinsamen?) Ausschusses
  • Workshops mit Betroffenen, um Möglichkeiten abzuschätzen
  • Beratung durch Gewerkschaft, Berater
  • Schriftliche Fixierung von Konzepten und Eckpunkten


   

Phase 3 Ziel: Verständigung
Maßnahmen:

  • Besprechung mit Arbeitgeber
  • Betriebs-/Abteilungsversammlungen
  • Gemeinsame Weiterentwicklung der Konzepte mit allen Beteiligten (Workshops, Abteilungsbesprechungen usw.)
  • Bei Konflikt mit Arbeitgeber:
    Mehrarbeit gerichtlich blockieren
  • Überprüfung der Durchsetzbarkeit des eigenen Konzepts in der Einigungsstelle (Zusammen mit Gewerkschaft, Berater)


Literaturtipp:
Ingo Hamm: Mehrarbeit und Überstunden, Bund Verlag 2002
ISBN 3-7663-3332-1
19,80 €

 
 
 
 
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